In Rom wird am Sonntag und Montag der neue Bürgermeister gewählt. Stichwahl zwischen dem Mitte-Links-Kandidaten Francesco Rutelli und dem Kandidaten aus dem rechten Lager Gianni Alemanno. In der ersten Runde vor zwei Wochen mit einer Wahlbeteiligung von rund 75%, trennten die beiden etwa 4 Punkte zu Gunsten von Rutelli. Diesmal kommt es hart auf hart. Mit einem schonungslosen Wahlkampf, der an die diffusen Ängste der Bevölkerung vor Gewalt appelliert, hat der rechte Alemanno viel Boden gewonnen. Zum Vergleich: bei den vorhergehenden Wahlen holte Walter Veltroni locker seine Bestätigung im Amt mit über 60 %. Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Es gab die Vergewaltigung und Tötung einer Frau durch einen Zigeuner aus Rumänien, kurz zuvor die Tötung einer jungen Frau in der U-Bahn, auch sie durch rumänische Zigeuner, in und um die Stadt entstand ein Barackenlager nach dem anderen. Nach der Aufnahme Rumäniens in die EU, hatte die italienische Regierung das von einigen europäischen Staaten - darunter auch Deutschland - unterzeichnete Moratorium gegen die freie Einwanderung der Rumänen und Bulgaren nicht unterschrieben. Italien wurde dadurch zur einzigen attraktiven Lücke im Geflecht der euopäischen Grenzen. Die Linke an der Regierung und in Roms Bürgermeisteramt erweckte den Eindruck, dass sie sich nur abstrakt-intellektuell den Ängsten der Bevölkerung annimmt. Besonders die radikale Linke stand für eine noch größere Öffnung gegenüber Immigration, die inzwischen als Gefahr für die eigene Sicherheit angesehen wird. Dies kostete sie unter anderen Gründen den kolossalen Stimmenverlust bei den letzten politischen Wahlen vor zwei Wochen.
Der Koch-Effekt funktioniert noch in diesem Land, anders als in Hessen.
Zwischen Zittern und Bangen erwarten wir nun das Ergebnis am kommenden Montag.
Es weht ein rechter Wind in Italien...
venerdì 25 aprile 2008
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