Genua, eine Schmuddelgeschichte und der italienische Wahlkampf.
Ein angesehener Frauenarzt springt vom elften Stock der Praxis, in der er abtrieb - privat versteht sich. Kurz zuvor ein SMS an seine Frau: "Das Auto steht in der Garage. Die Schlüssel sind..." Offiziell ist Ermanno Rossi angestellt im größten Krankenhaus der Stadt, dem "Gaslini", Eigentum der Kurie, Abtreibung aus "Gewissensgründen" untersagt - versteht sich natürlich auch. In einer von Nonnen geführten katholischen Privatklinik werden offiziell "Ausschabungen" durchgeführt, inoffiziell wahrscheinlich Abtreibungen, von just dem selben Frauenarzt, der sich nun aus Scham das Leben nahm. Acht Frauen wegen illegaler Abtreibung angeklagt - ihre mögliche Strafe: 51 Euro, weniger als Falschparken.
Giuliano Ferrara, Direktor der Tageszeitung "Il Foglio", ehemaliger Linker, Berlusconi-Freund, ehemaliger Minister und großer Bewunderer von Papst Benedikt, gründet nach seiner klerikalen Konversion eine neue Partei, "Pro Life", tapeziert Genua mit Plakaten gegen Abtreibung zu.
Von Adriano Sofri, Intellektueller, unter Hausarrest und Autor eines neuen Buches erscheint in diesen Tagen "Gegen Giuliano. Wir Männer, die Frauen und die Abtreibung"
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