Für Beamte eine unübliche Zeit. Das Büro war schon geschlossen, als 5 Männer der Finanzpolizei am späten Freitagnachmittag im Römer Zentralfinanzamt anrückten und im Auftrag der Staatanwaltschaft die Liechtenstein-Datei mit ihrem brisanten Inhalt kopierten.
Der zuständige Vizeminister hatte zwei Tage vorher in einem Interview erklärt, er lasse die verschlüsselten Namen gerade bearbeiten und nach den Steuerprüfungen alles strafrechtlich Wesentliche den zuständigen Staatanwaltschaften zukommen lassen.
Doch diese wollte nicht warten. Angst vor Manipulation? Nicht wenige hatten die Liechtenstein-Datei eine "Atombombe"genannt, die im italienischen Wahlkampf wie eine Atombombe einschlagen würde.
Das italienische tesoretto (der kleine Schatz) in ausländischen Szeuerparadiesen wird auf insgesamt 500 Milliarden Euro geschätzt - etwa 40 % des Schuldenberges Italiens, das doppelte Bruttosozialprodukt der Schweiz (Zahlen: La Repubblica).
domenica 2 marzo 2008
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